Filmkritik: Indiana Jones 4

Im Königreich des Kristallschädels

Filmplakat
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Regie: Steven Spielberg
USA, 2008
At-Start: 22.5.2008

Man hätte ihn ja schon früher gedreht, ließ Lucas Arts verlautbaren, aber man sei mit dem Drehbuch nicht zufrieden gewesen. Warum man sich jetzt doch entschlossen hat, den Film zu drehen, lässt sich allein aus dem Drehbuch jedoch nicht erklären. Nichts desto Trotz ist Indiana Jones zurück auf der Kinoleinwand und füllt ein weiteres Mal die Säle. Diesmal dreht sich alles um einen Alien und um eine recht kühle russische Wissenschafterin (Cate Blanchett) die sich vom Schädel des Aliens den Weg nach El Dorado erhofft. Dass sie hierbei nicht nur bei ihren Recherchen, sondern auch im Südamerikanischen Dschungel auf Indiana Jones trifft, liegt unter anderem daran, dass sich dessen Freund und Kollegen Prof. Oxley in ihrem Gewahrsam befindet. Mit dabei ist auch noch der Junge Matt (Shia LeBeouf), dessen Mutter sich unheilschwangerer Weise als Indianas geliebte aus Teil 1 entpuppt.
Spielberg und Lucas haben sich dazu entschlossen, der Tradition treu zu bleiben. So verzichten sie auf allzu viele digitale Effekte und vertrauen vorwiegend auf gute alte Stuntmen. So entspricht der Film in Optik und Stil seinen Vorgängern, was mit einem lachenden und einem weinenden Auge wahrgenommen werden muss. Zum einen entspricht er so den nostalgischen Hoffnungen, noch einmal einen dieser Filme zu sehen, mit denen man groß geworden ist - Jones ist immer noch der alte, auch wenn er alt geworden ist - zum anderen hat bereits der erste Teil der Reihe ein ganzes Genre aus der Traufe gehoben, das seitdem eine Vielzahl von Filmen und Computerspielen hervorgebracht hat, die sich des Designs und der Inhalte der Indiana Jones Filme bedient haben. Fazit: Was in diesem Film zu sehen ist, ist nicht mehr neu und die Tatsache, dass man das Genre selbst erfunden hat berechtigt nicht unbedingt dazu, es mehr als zwanzig Jahre danach noch einmal genauso zu machen.
Zu diesen grundsätzlichen Überlegungen gesellen sich jedoch zynische Pointen voller Eigenkritik und Filmzitaten, und gelungene Variationen der bereits altbekannten Filmmelodien der Reihe, die den Film über lange Passagen hinweg in Schwung halten. Zwar entbehrt die Handlung einer gewissen Stringenz, aber man kann nicht behaupten, in diesen guten zwei Stunden nicht bestens unterhalten worden zu sein.

Harald Koberg