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Jugendliche Lebenswelten Bundesheer: Gendergerechte (Berufs)Option für Mädchen?

Von 01. - bis. 03. September stürzte sich die Regionale Jugendmanagerin der Südweststeiermark in die ultimative Feldstudie: Girls Camp 2017 am Tiroler Truppenübungsplatz Hochfilzen. Im Rahmen eines fordernden Drei-Tages-Programms verschaffte sie sich einen Eindruck vom Dienst beim Österreichischen Bundesheer.

50 Kaderpersonen des Salzburger Jägerbataillons 8 vermittelten den 33 interessierten Mädchen und Frauen, angereist aus ganz Österreich,  zahlreiche militärische Ausbildungsthemen, um ihnen das Berufsbild der Soldatin so nah wie möglich zu bringen. Grund dafür: Momentane Frauenquote beim Ö-Bundesheer 3%. Dieser Wert soll in naher Zukunft auf 10% ansteigen. 3 Tage Dauerregen machten die Erfahrung zum absoluten Härtetest.

Ausfassen und Antreten!

Nach Einteilung in Gruppen fassten die jungen Frauen militärische Bekleidung und Ausrüstung sowie ein Sturmgewehr 77 aus. Für viele war das die erste Berührung mit einer Waffe. Danach ging es zur ersten Aufgabe weiter - die Errichtung eines Feldlagers im bewaldeten Gelände. In kleinen Gruppen wurden selbstständig Mannschaftszelte aufgestellt.

Feuer frei!

Erfahrene Unteroffiziere gaben den Teilnehmerinnen eine praktische Einweisung in die Handhabung des Sturmgewehrs. Bei einbrechender Dunkelheit erlebten die Mädchen Einsatz und Wirkung von militärischen Sprengmitteln sowie eine Schießvorführung mit den Waffen des Jägerbataillons 8. Besonders beeindruckend war der Blick durch das Nachtsichtgerät.

Abmarsch - Aufsatteln -  Abseilen

Bei einem Fußmarsch lernte man die anspruchsvolle Traglast mit Gepäck, Waffe und Ausrüstung im unwegsamen Gelände kennen. Da kam das anschließende Kennenlernen sowie der praktische Umgang mit den gutmütigen Haflingerpferden der Tragtierstaffel Hochfilzen für die Moral durchaus recht.

Das Abseilen an einer Felswand von rund 30 Metern Höhe kostete besonders den Wiener- und Niederösterreichischen Kolleginnen verständlicherweise viel Überwindung. Durch den ermutigenden Umgang und das vertrauenserweckende Auftreten des Kaderpersonals, entdeckten aber die Mädchen die Hochgebirgsjägerin in sich und wagten den Schritt über den Felsvorsprung.

Ausbildner zollen den Frauen Respekt

Hauptmann Anton Arrer, Ausbildungsleiter des Girls‘ Camps, zollte den Damen seine aufrichtige Anerkennung: „Ich war beeindruckt von der enormen Einsatzbereitschaft, den die Teilnehmerinnen trotz widrigster Witterungsbedingungen bis zum Ende gezeigt haben. Wir wollten den jungen Frauen keine Lagerfeuerromantik vermitteln, sondern haben ihnen gezielt eine große Bandbreite an militärischen Ausbildungsthemen nähergebracht.

Im Interview mit dem weiblichen Kaderpersonal

Während der drei Tage waren ständig drei Damen vom Kader zugegen - die uns mit Rat und Tat zur Seite standen. Es ergaben sich sehr nette und offene Gespräche. Ich interviewte zwei Wachtmeisterinnen und war erstaunt über den familienfreundlichen Arbeitgeber Bundesheer:

+ Gleitzeit
+ Gleiches Gehalt bei Mann und Frau für gleichen Dienstgrad!!
+ Verständnis und Flexibilität bei Krankheitsfällen von Kindern
+ Kinderferienlager für die Kids der Bediensteten z.B. Skikurse
+ 41 h Woche, Sonntags- und Feiertags ist frei
+ Aktive Inanspruchnahme der Väterkarenz
+ Sicherer Dienstgeber (keine Insolvenzgefahr) + Pragmatisierung
+ Geförderte Weiterbildung im dienstlich und zivilen Bereich


Nächstes Jahr feiert das Bundesheer ein besonderes Jubiläum: 20 Jahre Frauen beim Heer. Die beiden Wachtmeisterinnen erzählen mir, dass die meisten Ladies eine sportliche Voraussetzung/Karriere mitbringen. Viele kommen aus dem Leistungssport. Für die beiden hätte es sich bewährt, privat und beruflich strikt auseinander zu halten. „Am Anfang war es eine Herausforderung als Autoritätsperson von den Grundwehrdiener wahrgenommen zu werden. Aber mit einem strengen Programm sowie der nötigen Distanz funktioniert das ganz gut", berichten die beiden selbstbewusst. Eine weibliche Bundesheerangehörige zu sein, stoße im zivilen Alltag, bei Freunden und Bekannten auf großes Interesse, Neugier und Respekt.

 

Abseilen an einer Felswand von rund 30 Metern Einsatz und Wirkung von militärischen Sprengmitteln Der Zusammenhalt wurde immer stärker
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