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Filmkritik: Revanche

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Regie: Götz Spielmann
Österreich, 2008
At-Start: 16.5.2008

Wenn jemand einem anderen alles nimmt, was dem von Bedeutung ist, wenn jemand einen Menschen ermordet, der von einem anderen geliebt wird, wie kann es dann sein, dass dieser jemand ganz normal weiterleben darf? Darf er das? Kann er das?

Götz Spielmann liefert eine harte, aber höchst hoffnungsvolle Studie menschlicher Verhaltensformen. Er erzählt von Alex, der mit seiner Freundin Tamara, einer Prostituierten, aus dem Wiener Rotlichtmilieu flieht, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Im Zuge eines Banküberfalles in einer Niederösterreichischen Gemeinde, der das notwendige Geld beschaffen soll, wird Tamara von einem örtlichen Polizisten erschossen. Sie hatte darauf bestanden im Auto auf Alex zu warten. Während der seine Wut bei seinem ortsansässigen Großvater an Kreissäge und Hackstock auch außen bringt, entwickelt sich das Drama der beiden Männer. In immer engeren Kreisen nähert sich Alex dem, unter seiner Tat leidenden Beamten. Beiden scheint es kaum möglich, den Neuanfang zu schaffen und doch sind sie nicht so allein, wie sie sich fühlen.

Mit „Revanche" kürte die Diagonale wohl einen der österreichischsten Filme des Jahres zu ihrem Preisträger: Hart, nüchtern realistisch und fest an der österreichischen Kultur verhaftet entsteht eine Nähe zu den Protagonisten die die Spannung über lange Szenen der Ruhe hinweg aufrecht erhält. Vor allem Johannes Krisch (Alex), aber auch sämtliche Nebendarsteller - allen voran Johannes Thanheiser als knurriger Großvater - liefern keine schwachen Momente, die die Zuseher in ihre Betrachterebene zurückwerfen würden. Es gelang hier ein Film, den man mitdenken und miterleben kann und der, trotz all der Kälte in Handlung und Dialogen, vor allem auf die zwischenmenschliche Wärme verweist, die in extremen Fällen auch leben retten kann. Denn derer sind hier mehrere in Gefahr.

Harald Koberg

 

 
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