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Der Meilenstein 2017

Meilenstein © Land Steiermark
Meilenstein
© Land Steiermark

Die Verleihung des Meilensteins ist ein jährlich stattfindendes Fest, bei dem das ehrenamtliche Engagement in der Kinder- und Jugendarbeit ins Rampenlicht gestellt und gewürdigt wird. Kinder- und Jugendverbände können dafür je eine Person aus ihrer Organisation nominieren, die stellvertretend für die Vielzahl an Engagierten mit einem Meilenstein für besondere Verdienste geehrt wird.

Seit 2009 findet diese Veranstaltung im Dezember rund um den "Tag des Ehrenamtes" (am 5. 12.) in der Aula der Alten Universität in Graz statt.

Bereits zum 9. Mal wurde heuer rund um den Tag des Ehrenamtes die Ehrenamtlichkeit in der außerschulischen Jugendarbeit in das Rampenlicht gestellt.Unten genannte Personen wurden für ihr unermüdliches Engagement von Frau Landesrätin Mag.a Ursula Lackner am 27. November 2017 in der Aula der Alten Universität mit dem Meilenstein ausgezeichnet.

 

Meilenstein EmpfängerInnen:

Marlene Nachbagauer, Kinderland

Harald Sorger, Feuerwehrjugend

Manuel Fleck, RFJ

Gebhard Brandweiner, Mittelschülerkartellverband

Marlies Hiebaum, Landjugend

Martin Hohl, Katholische Jungschar

Manuel Lenartitsch, Kinderfreunde

Walter Weiss, Kommunistische Jugend      

Hanna Donner, Katholische Jugend

Wolfgang Wurm-Blüml, Alpenverein

Karl Menzinger, Junge Europäische Föderalisten

Lisa Steinwender, Evangelische Jugend

Rücker Johann, Naturschutzjugend

Peter Hahn, JVP:

Lisa Wachmann, PfadfinderInnen

Peter Hasenleithner, Kolpingjugend

Heinz Luneschnik, Naturfreundejugend

Silvia Pühringer, Blasmusikjugend

David Vogrin, SJ

Gregor Tuttinger, Gewerkschaftsjugend

Thomas Lang, Trachtenvereinsjugend

Margarita Moser, Rotkreuzjugend

Florian Peichler, Logo

Arno C. Hofer, Ludovico

Text - Poetry Slam

Es ist eine sehr große Ehre für mich, heute hier sein zu dürfen. Und genau deswegen war es besonders schwer für mich, auf eine interessante Idee für diesen Text zu kommen, weil ich nicht einfach vor euch stehen will, um euch zu erklären was Ehrenamt ist, was ihr tut, warum ihr das alles tut. Ich denke, das weiß niemand besser als ihr selbst.

Also starrte ich gegen die Wand. In den Spiegel und fragte mich „Spieglein Spieglein an der Wand, wer ist der Ehrenamtlichste im ganzen Land?" Ich starrte auf den Boden, in meine Tasse Tee und suchte dort nach DER Idee für meinen Text.

Doch nach einer Weile habe ich mich dazu entschieden, meine Vorgehensweise abzuändern, sagen wir anzupassen. Und warum denn nicht das Klischee einer Jugendlichen in der „Generation Smartphone" erfüllen und auf Instagram „#Ehrenamt" eingeben. Das tut weh...wenigstens hab ich‘s nur auf einer Social-media-Seite getan. Aber das Ergebnis war interessant! Ich traf auf Bilder von posenden Menschen in Uniform, massiven leuchtenden Pkws und Bäumen, die Katzen gefangen hielten. Doch eines hatten diese Bilder gemeinsam: Sie alle trugen den Hashtag...Feuerwehr. Oh ja, überall die Freiwillige Feuerwehr. So könnte man nun behaupten, dass die Feuerwehr mit Instagram die ultimative Ehrenamtlichkeit erreicht hat. Das Ziel überhaupt. Was will man denn mehr? Sehr wichtig so was, sehr wichtig. Nein, Spaß beiseite.

Manchmal wissen nicht nur wir selber nicht, warum wir das tun, was wir eben tun, sondern auch viele andere höchstwahrscheinlich nicht. Ich mein irgendwann im Laufe unseres Lebens kommt es zu einem Punkt, wo wir uns doch tatsächlich fragen, WARUM mach ich das?

Dazu möchte ich eine kleine Geschichte erzählen, denn ich bin selbst bei einem Verein tätig.

Letztens kam Ida zu mir und fragte mich, ob ich nicht auf diese Party wolle mit ihr und ihren Freunden. 

Äh, ja, du, nein hab morgen keine Zeit, ich helf‘ aus bei meinem Verein.

The fuck was machst du? Lieber das als die Party? Ich blick da echt nicht rein!

Und als wäre das nicht genug, hängte sie mit verrunzelter Stirn und großen Augen, so als glaube man, sie springen gleich aus ihren Augenhöhlen, die Frage dran, auf die wir natürlich alle gewartet haben: Und was bekommst du dafür?

Also, wenn du eine finanzielle Gegenleistung meinst, meine Liebe, was ich sehr stark befürchte, dann gar nichts! Aber es gibt so viel mehr, was wir dabei mitnehmen, doch das wird Ida nie sehen. Außer sie hat selbst etwas, das sie gerne macht und in das sie Zeit investiert.

Den Tag darauf traf ich auf Udo und als hätt ich nicht schon genug zu tun, fragt der mich:

Äh...was tust‘n du do?

Ich helf‘ aus bei meinem Verein.

Warum tust du des? Ich frag nur so allgemein.

Das gab mir zum Nachdenken, und so möchte ich der Ida und dem Udo ein Gedicht schenken.

Eine Erklärung alleine wäre da nicht genug,

weil viele nur das sehen wollen, was sie eben sehen wollen,

und wenn du mal was anderes machst,

vielleicht sogar ne gute Tat vollbracht hast,

stößt du nur auf Kritik,

obwohl das, was sie selber machen, kein einziges Mal in Frage gestellt wird,

doch was die anderen denken, bleibt ihre Sache,

denn in erster Linie tust du das für dich,

doch was am Ende dabei rauskommt, ist gemeinschaftlich,

leidenschaftlich, ich mache, was ich mache, mit Leidenschaft,

weil ich liebe, was ich tue, auch wenn's kein andrer rafft,

zwar ist das alles Arbeit, oft sogar sehr viel, doch du verfolgst dein eigenes Ziel,

denn Ehrenamt ist nicht die Arbeit, die nicht bezahlt wird,

es ist die Arbeit, die nicht bezahlt werden kann, und du bleibst aufgrund deiner eigenen Geschichte dran,

weil du das tust was zu tun ist, mit Herz und Leidenschaft und wenn du dann zurückblickst,

auf das, was du gemacht hast, vollbracht hast, geschafft hast, die Erfahrung ist das, was zählt,

kein Betrag, keine Zahl könnte das begleichen, ohne dich, du weißt es selber, etwas fehlt,

ja wenn du dann auf all das zurückblickst, wirst du stolz sein und vieles wird bleiben, weil du kannst Geschichte schreiben.

 

Vielleicht würde eine Welt ohne Geld uns das zeigen, was wirklich wichtig ist,

das was man oft zu wertschätzen vergisst,

ein gutes Herz, Menschen glücklich zu machen, für einander da sein,

da fällt mir ein...

Vor ein paar Tagen traf ich auf Mia, eine aus dem Verein,

wie schnell es geht von Fremden zu Freunden, eine Freundschaft mehr, ein Meilenstein,

es gibt also all diese Seiten, die Leidenschaft, Freundschaft, die Arbeit, Stress, die gute Tat, das, was man mag, und das, was man tut, nennen wir's einfach Herzblut.

 

Um alle Seiten und das was hinter dem Ehrenamt steckt, zu zeigen, braucht es wohl mehr als meinen Text. Es braucht Menschen, die glauben, an sich, an das was sie tun, an das, was entsteht, Menschen, die das tun, was sie lieben, und auch in schweren Zeiten, einfach das geben, was geht. Drum ist's nicht wichtig, ob Ida und Udo und all die andern euch verstehen, denn ohne euch würden ein paar Meilen fehlen.

Doch eines fehlt mir irgendwie wirklich bei der ganzen Sache. Die Dankbarkeit. Und genau deswegen sind wir heute hier. Um die Meilen festzuhalten, um mal ganz groß Danke zu sagen und auf das zu blicken, was viele zusammen geschaffen haben.

Aber vergesst nicht, auf Instagram posten!

Gruppenfoto
 
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