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Bodyshaming und Social Media

Studie Jugendkulturforschung

Das Institut für Jugendkulturforschung hat im Auftrag des Wiener Programms für Frauengesundheit die Studie „Bodyshaming und Social Media" mit Fokusgruppen von 15- bis 19-jährigen Mädchen/jungen Frauen in Wien in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse lassen sich aber meiner Meinung nach, basierend auf den Ergebnissen des Mädchenforums und persönlicher regionaler Gespräche, auch zum Teil auf die Lebenswelten von Mädchen/jungen Frauen auf den ländlichen Raum der Südoststeiermark übertragen.

Laut Jugendinternetmonitor 2017 sind die beliebtesten Plattformen der Jugendlichen Whatsapp, Youtube, Instagram und Snapchat. Diese haben in den letzten Jahren (und Jahrzehnten) eine neue Dynamik in die Auseinandersetzung mit Körperidealen gebracht und fungieren mit Hilfe der Contents ihrer NutzerInnen als Leitbildfunktion für junge Menschen. „Im Jugendalter ist die Beschäftigung mit dem eigenen Körper ein heißes und zugleich ein schwieriges Thema" (vgl. Stürmer, Stefan: Sozialpsychologie, München/Basel, 2009, S. 52ff.). Als Identifikationsressource differenzieren Mädchen/junge Frauen zwischen coolen Frauen, welche als Handlungsträgerinnen gesehen werden, und „besonders hübschen" Frauen die mit dem realen Leben nichts zu tun haben - somit auch kaum zur Identifikation herangezogen werden.


Schönheitsideale variieren, wie die Fokusgruppe zeigt, milieuspezifisch: junge Frauen aus dem Bildungsniveau fühlen sich eher dazu hingezogen an Trends wie z.B #thighgap, #collarbone #bikinibridge teilzunehmen, im Lehrlingsmilieu wollen die Mädchen zwar nicht dick sein, aber weibliche Proportionen werden vorgezogen. Für beide Gruppen gilt aber die Zielsetzung sich in den Sozialen Medien optimal darzustellen und dafür Feedback zu erhalten.


Über den Umgang mit negativen Kommentaren im Netz sind sich die jungen Frauen einig, dass man damit umgehen lernen muss, wenn man eignen Content ins Netz stellt. Wie negative Kommentare wirken, hängt sehr stark von der Tagesverfassung ab und wird auch je nach Phase sehr persönlich genommen. Negative Effekte vermuten sie eher bei der jüngeren Zielgruppe der 13- oder 14- Jährigen die sich erst am Beginn der Pubertät befinden und sich in dieser Zeit noch leichter durch Schönheitsideale und deren online Nebenwirkungen beeinflussen lassen.


Beim 1. Mädchenforum in der Südoststeiermark hatten auch hier Mädchen und junge Frauen die Möglichkeit sich mit dem Thema Köperwahrnehmung und Photoshop auseinanderzusetzen. In den letzten 15 Jahren hat sich die Einstellung und die Reflexion der Jugendlichen zum Thema Veränderung durch Photoshop gewandelt. Vielen jungen Mädchen ist bewusst, dass sehr viele Bilder, die sie sehen, technisch verändert sind. Jedoch ist den meisten nicht klar, wie viel tatsächlich verändert ist. Die Mädchen erkennen auch welche Fotos bearbeitet sind und welche nicht. Bei den eigenen Bildern ist ihnen eine realitätsgetreue Darstellung wichtig. Ein komplett verändertes Aussehen durch Retusche wird als unnatürlich empfunden und nicht gewollt.

Dich interessiert dieses Thema? Unterhalb findest du nützliche Links, die dir weiterhelfen.

Die gesamte Jugendkultur Studie findest du Externe Verknüpfung HIER!


Mehr Informationen zum 1. Mädchenforum gibt es hier zum Download! [Link wird eingefügt]

Kostenloser Download der Broschüre Externe Verknüpfung „Mädchen im Netz"- Ein Leitfaden zum Umgang in (a)sozialen Medien


Saferinternet hat super Infos für Jugendliche UND Eltern auf ihrer Externe Verknüpfung Webseite und in den Sozialen Medien. 

Begriffsdefinition (Quelle: Saferinternet.at)

Bodyshaming/Beleidigung
Bodyshaming bedeutet, eine andere Person aufgrund ihres Körpers abzuwerten, also übergriffige und online gemeine Kommentare über Größe, Gewicht und Aussehen einer Person zu machen. Mädchen sind davon im Internet wesentlich häufiger betroffen als Burschen.


Slutshaming
Slutshaming ist eine sexistische Taktik, um Frauen und Mädchen im realen oder digitalen Umfeld zu erniedrigen und zu verunsichern. Ihnen wird aufgrund ihres Kleidungs- oder Lebensstils (vor allem Sexualleben) unterstellt eine „slut" (abwertender Ausdruck für eine sexuell freizügige Frau) zu sein.


Cybermobbing
Der Begriff „Cyber-Mobbing" bezeichnet das absichtliche und über einen längeren Zeitraum anhaltende Beleidigen, Bedrohen, Bloßstellen, Belästigen oder Ausgrenzen anderer über digitale Medien.

Das Internet ist kein rechtsfreier Raum (Quelle: saferinternet.at)

Viele Jugendliche wissen noch nicht, dass auch Fehlverhalten im Netz rechtliche Konsequenzen haben kann. Anwendung findet das Strafgesetzbuch (StGB) und das Medien- und Urheberrecht (UrhG). Cyber-Mobbing ist nach Paragraf 107c (StGB) ein eigener Straftatbestand. Bei Verurteilung reicht der Strafrahmen von gemeinnütziger Arbeit über Geldstrafen bis hin zu Gefängnisstrafen (max. 1 Jahr). Um Anzeige zu erstatten, ist es notwendig, Beweise zu sichern und zu sammeln. Als Beweise zählen Fotos, Kommentare, Videos und E-Mails, die durch Downloads, Fotos oder Screenshots gespeichert werden. Die Beweise sollten mit Datum, Zeit und wo möglich mit Name bzw. Pseudonym beschriftet werden.

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